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Biographie
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erster Unterricht und Studium
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Britannica
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wegen Ketzerei
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und Cambridge
vi Die
letzten Jahre
vii William
Robertson Smith: ein Nachwort
viii Literatur
und Abkürzungen
Hinweise
und Kontakt
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Gästebuch

© Astrid Hess &
Andreas Hess 2006
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Professur in Aberdeen und die Encyclopaedia
Britannica
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In Edinburgh prägte Andrew Bruce Davidson,
Professor für Hebräisch, Robertson Smiths Denken schon früh.
Von ihm übernahm er die Überzeugung, dass die Bibel als
Literatur und geschichtliches Zeugnis, jedoch nicht als wörtliche
Niederschrift göttlicher Offenbarungen anzusehen sei. Diese
Erkenntnis setzte sich zwar damals auch in Schottland als
allgemeine Lehrmeinung durch, wurde aber nicht als für die fromme
Öffentlichkeit verständlich erachtet. Dennoch gab es keinerlei
Einwände, diese Sichtweise in akademischen Kreisen zu
diskutieren.
Robertson Smiths wachsendes Interesse an der Entwicklung
und Psychologie der Religionen wurde in Edinburgh auch durch seine
Bekanntschaft mit dem Schotten John F. McLennan beeinflusst, der
als einer der ersten auf eine evolutionäre Entwicklung der
Religionen von Animismus und Totemismus zum – letzten Endes –
monotheistischen Konzept der Göttlichkeit hinwies. |
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Während Robertson Smiths letzten Semesters, im September1869,
starb Professor Sachs, Inhaber des Lehrstuhls für Hebräisch und
Alttestamentliche Exegese am Aberdeener Free Church College.
Robertson Smith wurde von Freunden überredet, sich für diesen
Lehrstuhl zu bewerben, und eine grosse Kampagne zu seinen Gunsten
begann. Vertraute, frühere Professoren, Mitstudenten und
Studenten wurden um schriftliche Beurteilungen gebeten und legten
Zeugnis für ihn ab. |

Free Church College Aberdeen,
FP |
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William
Robertson Smith, 1870, B&C
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Anfang
Mai 1870 wurde Robertson Smith als Pfarrer zugelassen. Und als die
Wahl für die Lehrstuhlbesetzung am 25. Mai 1870 stattfand, schlug
er seinen Mitbewerber überzeugend. Im Sommer kehrte Robertson
Smith nach Aberdeen zurück und an seinem 24. Geburtstag hielt er
seine Antrittsvorlesung im Free Church College von Aberdeen: “What
history teaches us to seek in the Bible”. |
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Bereits
zwei Jahre später wurde Robertson Smith die Ehre zuteil, als
Mitglied des Old Testament Revision Committee (bis 1884),
das regelmässig in London zusammentrat, berufen zu werden. Das
war eine weitere Gelegenheit für ihn, einen grossen Kreis
führender britischer Bibelwissenschaftler aller Konfessionen
kennenzulernen. |
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Die
nächsten Jahre verliefen für den jungen Professor recht
unaufgeregt. Er liess sich in Aberdeen zusammen mit seinem
jüngeren Bruder Charles Michie in der Crown Street nieder. |
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Charles
Michie Smith, ca. 1870, FP |
| Charlie war zu der Zeit Student am King’s College
und sollte später Direktor des Observatoriums im indischen
Kodaikanal werden. Während dieser Zeit kam Robertson Smith
getreulich seinen Lehrverpflichtungen nach und genoss die
Aberdeener Szene. Es waren Künstler, Wissenschaftler, Geistliche
und Anwälte, die sich regelmässig zu gesellschaftlichen
Anlässen trafen, diskutierten, gutes Essen, guten Wein sowie gute
Zigarren genossen, und auch hier und da schon einmal über die
Stränge schlugen. Es war eine typisch Viktorianische
Männergesellschaft. In dieser Zeit begannen Robertson Smith
lebenslange Freundschaften mit John Forbes White, einem
Kunstförderer, und dem Maler George Reid (später Sir George
Reid). Weiterhin reiste er viel und gern, so 1871 nach Frankreich
und 1872 wieder nach Deutschland, wo er bei dem Orientalisten Paul
de Lagarde Arabisch hörte. Mit ihm verband Robertson Smith sowohl
gemeinsames wissenschaftliches Interessen, als auch eine
anerkennende Freundschaft. |
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Faksimile
eines Entwurfs, Bible, B&C |
1874
begann Robertson Smith auf Bitten des Herausgebers der damals neu
zu überarbeitenden neunten Edition der Encyclopaedia Britannica
[EB9], Professor Thomas Spencer Baynes, zunächst
einige kürzere Artikel als Beiträge über biblische Themen zu
schreiben. Darauf folgte „Angel” und „Ark of the Covenant”
und 1875 in Band drei der Encyclopaedia der grössere Artikel
(fünfzehn Seiten) „Bible“. Darin schrieb er ganz frank und
frei, dass bestimmte Behauptungen in den Schriften nicht als
akkurat betrachtet werden könnten. Zum Beispiel konnte das
Deuterononium offensichtlich nicht von Moses selbst aufgezeichnet
worden sein, sondern von Schreibern einer späteren Zeit. Das
Pentateuch als Ganzes stellt ein Werk dar, dass nach und nach
überliefert und geschrieben wurde, und im Laufe mehrerer
Jahrhunderte zu der massgeblichen jüdischen Tora wurde. Das kam
den Erfordernissen der zweiten Tempel-Periode entgegen, um den
Gesetzen als von Gott diktiert mehr Gewicht zu geben und den Geist
des jüdischen Volkes nach der Babylonischen Gefangenschaft zu
stärken. |
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Diese
Vorstellung liess sich sowohl durch historisch belegte Daten, am
Gebrauch der Sprache, der Geschichte, als auch den jeweils
beschriebenen Lebensumständen dieses Volkes beweisen. |
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